|
Sorgente haben mit dem LET ME IN etwas erschaffen, das anders tönt als alles, was in den letzten Jahren musikalisch aus der bayerischen Landeshauptstadt herausklang. Ein Album, dem man die tiefe Groove- Verwurzelung der sechs Münchner immer noch deutlich anhört, das aber Klangwelten umfasst, für die man sonst eine Woche lang sämtliche Clubs einer Großstadt besuchen muss, um am letzten Tag schließlich um 9 Uhr morgens mit den Stammgästen im 24- Sunden-Lokal zu frühstücken. Groß, pompös, modern, glamourös und trotzdem erdig, hart, dreckig und gefühlvoll enthält LET ME IN eine Soundästhetik, die das Beste der Zeit zwischen 1982 und 2020 in sich vereint. Als hätten Lenny Kravitz (aus den 90ern) und Prince (aus den 80ern) neben den Lagerfeuergesängen der Gebrüder Isley (aus den 60ern) ein Kind gezeugt, das nach der Scheidung vom Taufpaten Supermax (aus den 70ern) großgezogen wurde und sich in den Sommerferien bei Onkel John Frusciante und Tante Jennifer Batten Gitarrenspiel abgeschaut hat, um es vermessen an großen Namen fest zu machen. Unvorstellbar aber wahr ist dabei, dass nahezu 100 Prozent der Klänge von Schlagzeug, Bass und Gitarren erzeugt wurden und auch ansonsten fast nur analoges Equipment zum Einsatz kam!
|